Mit Haus im Schluh und großer Kunstschau
Es war das Licht, das die jungen Maler damals ins Teufelsmoor bei Worpswede zog. Fritz Mackensen, Hans am Ende, Otto Modersohn, Heinrich Vogeler und Paula Modersohn-Becker ließen sich Ende des 19ten Jahrhunderts in dieser bitterarmen Gegend bei Bremen nieder. Sie wollten, eingefangen von dem gebrochenen Licht, ihrer Leidenschaft, dem Malen, nachgehen. Es entstanden Bilder von seltener Intensität. Nicht in der nahen Stadt Bremen, nein, in München kamen die ersten Erfolge, die die Künstlerkolonie bekannt machten. Andere Künstler, auch Rilke, folgten nach, inspiriert auch von dem weiten Himmel dieser kargen Landschaft und den dort hart arbeitenden Menschen. - Das Moor ist inzwischen trocken gelegt, aber in den Bildern der „Großen Kunstschau“ ist die Atmosphäre dieser Zeit eingefangen wie auch in dem Wohnhaus von Vogelers erster Frau oder dem Barkenhoff, den Rilke so liebte.
Auch wenn es im Haus im Schluh etwas eng sein könnte, sollten wir uns dieses Haus mit dem großen Gemälde und den Delfter Kacheln nicht entgehen lassen. Zu schön ist es. Schräg gegenüber ist die Weberei mit vielen interessanten Stoffen mit Worpsweder Motiven; beide Häuser sind eingebettet in einen idyllischen Garten.
Dann geht es mit dem Bus ein kleines Stück weiter zum „Café Worpswede“, wegen seiner etwas ungewöhnlichen Architektur auch das „Café Verrückt“ genannt. Gleich nebenan liegt die „Große Kunstschau“, eine auch mit Gehwagen gut zu erlaufende Ausstellung vieler Gemälde der Worpsweder Maler. Mit dem Bus fahren wir zum Abschluß unserer Fahrt noch am Barkenhoff vorbei, bei dem uns innerlich der Dichter Rilke entgegenwinkt, der dort so gern geweilt hat....
Tauchen wir ein wenig ab in das 19te Jahrhundert mit dem Komfort des 20sten.
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